So wandert er im Thale Wie sonder Ziel und Zweck,
Da führt beim Abendstrahle Sein Pfad ihn nach Landeck.
In bunten Gruppen stehen Die Bürger längs dem Inn;
Er drängt sich, übersehen,
Zu ihnen lauschend hin.
Sie plaudern und sie streiten,
Wie's eben-Fug und Brauch,
Von bessern alten Zeiten,
Von schlimmern neuen auch.
Oft hört er einen Namen,
Der ringsum wiederhallt Und wie ein tröstlich Amen Zu seinen Ohren schallt.
„Der Friedel" heißt's, „muß lauern Zu Kostnitz in der Haft;
Was hilft ihm das Bedauern, Wenn Niemand Rettung schafft?"
Da fährt dem fremden Sänger Durch's Herz ein mächtig Glüh'n, Da hält er sich nicht länger Und faßt die Zither kühn.
Rasch tritt er aus dem Kreise,
Der ihn bemerkt, hervor,
Und steigt nach Sängerweise Die nächste Stuf' empor.

