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unbeschränkt frei, gesetz- und zügellos geworden, der Anarchie preis gegeben war.und preis gegeben sein mußte. Wenn sie nicht gleich anfangs mit ihren gewöhnlichen, verheerenden und blutigen Schritten auftrat, so ist dieß wohl leicht zu erklären. Das Volk war wie der im Käsig aufgezogene Löwe, im Moment seiner Freiwerdung, sich seiner Kraft und ihres möglichen Mißbrauchs nicht bewußt, das Bemühen vieler seiner Führer, es seine Kraft kennen zu lehren, scheiterte an der Schwäche der Regierung, welche seinen maßlosen und iminer weiter gehenden Forderungen immer und unbedingt nachgab, und ihm so jede Veranlassung, jede Gelegenheit zu Gewalt- thaten und Verbrechen nahm. Die ersten, die es wagten dem Volkswillen entgegenzutreten, ohne im Besitz der physischen Gewalt zu seiner Besiegung zu sein, waren Lambert u. Latour, und ich glaube ihr Schicksal, so wie der 6te Oktober haben mehr als hinlänglich bewiesen, ob Oestreich unter der Herrschaft des Gesetzes oder der Anarchie stand. Doch abgesehen von jenen mit Blut im Buch der Geschichte und Ewigkeit eingetragenen Ereignissen, waren ja unzählige täglich vorkommende Fälle von Mißachtung des Gesetzes, von Eingriffen in fremdes Eigenthum und fremde Rechte, ja jeder Schritt den Oestreichs Völker auf der Bahn der Revolution machten, jeder Tag jener Zeit war ein Beweis, daß Zufall und Leidenschaft die Alleinherrscher waren.
Die Freiheit ist der Aether, in dem sich der große, edle Geist bewegt, sie ist die Luft, ohne welche er nicht leben kann, aber eben ein solcher Geist ist immer, selbst in den Fesseln der strengsten Despotie frei. Im bürgerlichen, staatlichen Leben hat die Freiheit gar enge Grenzen und Schranken; denn dort ist die unbeschränkte Freiheit des Einzelnen die Sklaverei Aller, ist der Zustand des Faustrechts, die Despotie der Roheit des Verbrechens,

