forscher bemühen aufzuhellen. Die Quellen sind spärlich vorhanden und machen alles nähere und sichere Eindrin­gen in die finsteren Räume der Vergangenheit äußerst schwierig. Die Bedeutung der österreichischen Haupt­stadt war zumal in der ältesten Zeit verhältnißmäßig gering und erregt erst später die Aufmerksamkeit in hohem Grade. Es ist übrigens auch der historische Zusammen­hang späterer Perioden mit der Urzeit zu gering, um für den Leser von Interesse sein zu können, daher wir von unfruchtbaren Grübeleien absehen und uns mit den bekannten Thatsachen begnügen.

Die von Leopold dem Tugendhaften kaum an­gefangene, aber nach dem unseligen Zufall, der so schnell den Faden seines Lebens zerriß, durch Leopold den Glorreichen vollbrachte Erweiterung Wiens, nahm folgende Richtung; vom Dempflinger Hofe, unfern St. Ruprecht hinunter auf die alte Bürgermusterung am Hafnersteig, zu den nachmaligen Lorenzerinnen und dem alten städtischen Zeughaus, wo man noch vor einer Reihe von Jahren neben der Schmiede die Bö­gen eines Thores in der alten Stadtmauer sah. Von da zogen sich die Spuren dieser alten Stadtmauer und des Grabens hinüber zum vormaligen Getreidkasten gemeiner Stadt Wien, jetzt der Hauptmauth, von da an das alte Tempelhaus (jetzt Dominikanerkloster) hin­unter zur Wollzeile, welche durch ein neues Thor, das von den christlichen und jüdischen Stuben oder Bädern sogenannte Stubenthor geschlossen ward, von dort hin­über zum Nonnenkloster bei St. Jakob auf der Hül­ben jetzt Tabaktrafik. Noch vor etwa hundert Jahren nahm Fuhrmann am Chor von St. Jakob ein Stück