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man müßte aufhören, Mensch zu seyn, wenn matt hier leichtsinnig oder zerstreut seyn könnte. Und doch wird der Ernst, der mich am Altäre des Herrn ergreift, nicht finster seyn können. Der Sterbende, dessen Andenken ich hier feiere, starb ja mit einer Fassung, mit einer Unschuld und Wurde, die jeden Betrachtenden mächtig emporhebt. Der schauervolle Tod, den erduldete, war das Opfer für die Sünden der Welt; war die feierliche Erklärung, daß Gott auch seine strafe würdigen Geschöpfe begnadigen wolle und liebe; war eine Veränderung, aus der für unser ganzes Geschlecht unermeßliche Segnungen entsprungen sind; war für den Sterbenden selbst der Ue- bergang zur höchsten Belohnung und Herrlichkeit; und für uns das Unterpfand und der Beweis, daß auch wir im Tode zu einem neuen, ewig dauernden ^eben uns erheben.
Werde ich dieß alles wahrnehmen können, ohne mich erheitert zu fühlen; ohne bey allem dem Ernst, der mich ergriffen hat, zu 2esn mit froher Bewunderung, und zu Gott mit freudiger Hoffnung anfzubllckcn; ohne in dem Tode, welchen ich verkündige, die Quelle des Gebens und eines ewigen Heils für mich und das ganze menschliche Geschlecht zu erkennen? Wohl mir, wenn dieser Ernst sich meiner ganzen Seele bemächtigt! Welche heilsame Richtung wird er mir , 12

