Dreißigste Betrachtung.

Daß uns das Abendmahl des Herrn in eben dem Grade wichtig werden soll, in welchem das Zeitalter sich verschlimmert (*).

Zn Zeiten, wie die gegenwärtigen, wo der Leichtsinn immer größer, die Sinnlichkeit begehrli­cher, die Selbstsucht anmaßender, das Laster un­verschämter, und die Gleichgültigkeit gegen alles Höhere und Göttliche immer herrschender und ge­meiner wird; wo sichs nicht verkennen läßt, der Zustand des menschlichen Geschlechts werde nicht besser, sondern gerathe immer mehr in Unord­nung; 5n solchen Zeiten muß besser gesinnten Men­schen jede Anstalt und jedes Mittel heilig seyn, das der zunehmenden Verschlimmerung entgegen arbeitet, und das Gefühl für Religion und Sitt­lichkeit beleben und stärken kann. Einen solchen alles ergreifenden, alles erhebenden, alles bessern­den, himmlischen Geist hat Jesus Christus in sein letztes Vermächtniß gelegt. Denn das Mahl, das er stiftete, verdient mit Recht den Mitteln beyge-

*) Eilfte Predigt des erste»» Bandes vom Jahre 1806.