XXIX
ff tienten immer priora repetirt wurden. Er' ge- |( v wann sich schnell selbst wieder. So ist der scheinbare Widerspruch zwischen Denken und Handeln in Bezug auf die Kranken, die zu seinem Bethesda eilten, gelös’t. Eine eigne Kunst besafs Thilenius darin, dafs bei einer Krankheit, ! mochte sie auch noch so lange dauern, möchte , auch kein Schritt dabei vorwärts gewonnen werden, er doch durch immer neue Ansichten, durch immer neue Mittel das Zutrauen der Kranken aufrecht zu erhalten wufste. Hierin war er einzig und ein heiliger Anker aller Hypochon- dristen, Splenetiker und hysterischen Weibew Da Thilenius immer vorwärts strebte und ohn- geachtet so vieler gelungenen Curen nicht egoistisch die Ansichten andrer übersah: so mochte ich es grade nicht eine Schwäche medicinischer Seite nennen, wenn er gern alle neu aufkcnn- mende oder gepriesene Mittel bei den nächsten Veranlassungen sogleich am Krankenbett probierte. Bei seiner grofsen Gewandheit und Erfahrung, bei seiner vertrauten Bekanntschaft mit unzähligen Mitteln hat er aber seiten oder nie mit diesen Versuchen Schaden gestiftet; denn sobald ein Mittel dieser Art in seiner Anwendung nicht sogleich augenblicklich wirkte, so wurde es confiscirt. Gegen seine Coliegen war Thili - nius sehr tolerant, wufste jedes andre ärztliche Verdienst wohl zu würdigen und hinderte durch

