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t.

Wie ich, ein Simson, an dem festen Van Der Säulen, drückt' und schlug und rüttelte;

Wahnsinnig hoffend, aus dem hohen Dome,

Der bey dem Ein- und Ausgang in dieß Leben,

Die Pfort' erschließet, Freud- und Wehmuthsthräueu,

Ein Grab zu schaffen, groß genug für Alle. §,

Wie schrillerud mir der Orgel Stimme rief,

Armselger Thor! Versprachst du nicht zu leben?"

Und ich darob zur Säule selbst erstarrt.

(Pause.)

Wie dann Ricardo, Nachts. . . Was zuckst du, Herz?

Was fällt auf meine Hand? . . . Ein glüh'nder Tropfen?

Wie! eine Thräue? Eine Schmerzensthräne Dem Aug'entglitten? Und nach solcher Thräne,

Sollt' ich mich freuen können? sätt'gen? schlummern?

Und fort und fort so, bis der Schlaf zuletzt

Kein End' mehr nähm'; und Wohl und Weh und Kummer,

Begraben läge in traumlosem Schlummer?

So leben soll ich? Ja! ich will!Nein, Nein,

Ich muß! Geboth's doch Laura mir. Zum Pfand,

Reicht' ich der Treugeliebten ja die Hand,

Wo jetzt die Thränenperle brennt. Erinnerung!

Verlaß auf ewig mich. Bleib' Zukunft! ferne.

Ein Jetzt nur gibt es noch, nicht Freud' noch Kummer;

Komm schlummerloser Traum!> traumloser Schlummer!

(Er sinkt bey den letzten Worten auf die steinerne Bank und bedeckt nach Beendigung keines Monologs das Gesicht mit den Händen. Die Orgel in der Kirche beginnt nach einem schwachen Trompetentusch, welcher das Ende der TrauungS- Ceremonie anzeigt, bey den Worten:Erinnerung" rc. einen Choral, das Volk nieet andächtig nieder. Der Vorhang fällt langsam.)

Ende des Vorspiels.

G r ft e t Aufzug

Erster Auftritt.

(Spielt 8 Jahre später.)

(gin Saal in © e necinto's Burg, reich mit Ahnenbildern ausgeschmückt.

Beireciuto, Salvatiera (treten ein.)

Benecinto. Kurz war vie Frist, die uns der Streit gegönnt,

Die Spanne Zeit, die wir der Ruhe weih'ten:

Den Frieden hofften wir, den segensreichen;

Doch unsre Hoffnung ward zu Grab getragen.

(Kurze Pause.)

Mit Zuversicht und gläubigem Vertrauen,

Hat fromm dem Schooß' der mütterlichen Erde,