Der Man- und seine Mertel.

Der Mond macht jede Woche ein anderes Gesicht;

Bald ist er dick, bald mager, bald fehlt ihm gar das Licht.

Wenn wir ihn Neumond nennen, dann sieht er uns nicht an, Er dreht uns zu den Rücken, schaut finster aus sodann.

Wenn er als letztes Viertel sitzt droben in der Höh',

Dann sieht er aus so traurig, als thät der Bauch ihm weh. Vergnüglich lacht er wieder, fängt das Zunehmen an;

Dann wird er täglich runder, wie man bemerken kann.

Bis er als Vollmond wieder am Himmel wandelt hin Und nach der Erde schmunzelt mit recht vergnügtem Sinn.

Dann sitzt er auf den Wolken, wie Bachus auf dem Faß Und macht znm Zeitvertreib oft sich manchen kleinen Spaß. Mondsüchtige aus Betten lockt er mit seinem Schein,

Die klettern auf die Thürme, um nahe ihm zu sein.

Hinauf zieht er die Wellen ein wenig aus dem Meer,

Da giebt es Fluth unb Ebbe am Strande rings umher.

Auch läßt der Vollmond wachsen das Bart- und Kopfhaar schön, Wie man es bei den Malern kann in der Regel sehn.

Die malen gern den Vollmond, wie er durch Wolken bricht,

Doch ohne einen Zirkel gelingt es ihnen nicht.

Wenn nun des Mondes Viertel kannst mit der linken Du An seine Nase zupfen, dann nimmt er sicher zu.

Doch brauchst die rechte Hand Du zu fassen ihn dabei,

So ist dies stets ein Zeichen, daß er abnehmend sei.