wir selbst, und mit bußfertiger Erinnerung geben wir das verg'an- gene Jahr durch heute am Tage des Angedenkens.

Zu dem Herrn schauen unsere Augen, zu dem Erforscher -un- serer Herzen, zu dem Lenker unserer Schicksale. Denn vor ihm liegen offenbar alle Tbaten der Menschenkinder, und die Faden unseres Geschicks ruhen sicher in seiner Hand. Er lenket nach Wohlgefallen, und der Menschensohn gehorcht, und weiß nicht wie? er folgt, und weiß nickt wohin? Die Wunder seiner Führung sind größer fast, als die Wunder seiner Schöpfung: erha- ben in dem Einen wie im Andern zeigt sich der Herr. Die Völker alle sind vor ihm, wie ein Tropfen im Ei- mer; der Wurm im Staube ist nicht zu gering seiner väterlichen -Fürsorge. Ep lenket die Könige, wie Wasserbuche., nach seinem Willen, er führet die Nationen wie Ströme dem großen.Ziele entgegen. Den Söhnen Adams hat er die Bahn vvrgezeichnet, die sie durchlaufen sollen; Er kennet den Änfang und kennet das Ende. Der auf des Himmels Höhen thronet, schaut in die fernste Ferne; Er kennet ihn langst, er hat ibn längst vorbereitet den er- habenen Tag des Gerichts, den großen Tag des Angedenkens.

An seiner Vorsehung Brust liegt die ganze Natur, alle Augen schauen empor, und empfangen Speise zur rechten Zeit. Seine gütige Fürsorge ist die Mutier alles Lebenden, und keines ihrer Pfleglinge vergißt ihre sorgsame Harch. Alljährlich sckmückt sie das Haus für ihre Kinder auf's neue, und füllet die Speicher mit allem Gutem Von einem Kinde geht sie zum andern, und fraget jedes, was fehlet dir?" und jedem gicbt sie, was es bedarf, und jedes er- freut sie mit ihrer mütterlichen Sorgfalt. Die Hügel gürtet sie mit Wonne und die Berge mit Freudigkeit. Sie breitet den bun- ten Teppich über die Erde hin, darauf ordnet sie ihren reichen Tisch, und ruft ihr-en zahllosen Gästen zu: kommet, genießet von meinem Brode, und kostet.den Saft, den ich be- reitet habe. Don seiner Geburt an nimmt sie den Men- scheu auf und begleitet ibn durch Leiden und Freuden, auf rauhen und sanften Pfaden, und verläßt ihn nicht bis zum Ende. Sie züchtiget ihn, um ihn zu bessern; sie strafet ihn, um ibn zum rechten Wege zurückzubringen, - damit er des Zieles nicht verfehle. Und das allsehende Auge beobachtet ihn überall, keinen seiner Schritte übersieht es, keine seiner Handlungen bleibt vergessen, riderall ist er von der göttlichen Aufsicht umgeben, ob er Gutes tbue oder Böses, ob sein Weg zum Heile führt oder, zum Der-