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Der Tag ist hingegangen; die Sonne neiget sich; die Schat- ten der Bäume dehnen sich weit aus. Bald wird die Sonne ganz׳ Hinunter sinken; und die Stille des Äbends und die Ruhe^ der Nacht senken sich nieder auf die weite Erde. O. senke, Herr, un- ser Gott, den Frieden auch in unsere Seele, die Ruhe in unser schmachtendes Herz! Laß es uns fühlen in dieser. Stunde, daß Du uns verziehen, daß Du Dich vollkommen mit uns ausgesöhnt hast.

Neige Dich, allgütiger Vater, in Deiner allversöhnenden Liebe und Milde zu allen leidenden Gemüthern,- zu allen schmerz- beladenen Seelen, und erleichtere ihre Bürden- und laß sie in die- ser letzten Stunde des heiligen Tages, noch reichlichen Trost finden vor Deinem Angesichte. Wie Sternenlicht in dunkeler Nacht, also leuchte stets auf unseren dunkelen Erdenpfad das Licht Deiner himmlischen, väterlichen Gnade.

Laß uns. Allbarmherziger! durch das Opfer des heutigen Tages befreit sein von unseren Sünden und Gebrechen; laß uns jetzt gereinigt und geheiligt, von neuem Dir geweiht und Deinem heiligen Dienste, eingehen zu den Pforten Deiner königlichen Gnade. O öffne uns das Thor, zur Zeit des Thorschlusses; denn der Tag ist hingegangen.

Der Tag ist hingegangen. Morgen, morgen da geh'n wir wieder an uns're alltäglichen Werke; die Sorgen des Lebens wer- den uns wieder umringen; die Bedürfnisse des Leibes werden uns wieder in Anspruch nehmen, o wenn wir da -wieder in die Fehler verfielen, die wir heute bereut; wenn wir das Unkraut in unserem Herzen nur oberflächlich entfernt, nicht mit der Wurzel ausge- rissen, so daß es morgen und übermorgen wieder an das Tages- licht hervortreibt; wenn wir bald wieder Hingiengen, und ent- weiheten Deinen heiligen.Namen, und thäten, was mißfällig ist in Deinen Augen; wenn wir morgen wieder giengen und.ent- weiheten unsere menschliche Natur durch ausschweifende Begierde, durch Sünden und Laster verschiedener ׳ Art; wenn wir morgen wieder Hingiengen und feindeten an.den Nächsten und häuften Unheil über Andere und verläumdeten Andere und verkürzten Anderen Ehr' und Gzit und Leben wehe! wehe! Was hätte uits denn der heutige Tag genützt. Daß Du Dich wieder mit uns ansgesöhnt; daß wir unsere Natur geheiligt, daß wir in Eintracht unter Deines Hausesdecke verweilet haben, was nützte, es uns, wenn wir uns nicht wirklich besserten? wenn wir es nicht