Äls Boabdil, der letzte König von Granada, sich genö- thigt sah, daS Reich seiner Väter zu verlassen, machte er auf dem Gipfel des Berges Padul Halt. Von diesem er­habenen Orte ans entdeckte man das Meer, wo der un­glückliche Monarch sich nach Afrika einschiffen sollte; auch sah man Granada, die Vega und den Lcnil, an dessen Ufern sich die Zelte Ferdinands und JsabellenS erhoben. Beim Anblick dieses schönen Landes und der Cypressen, die noch hie und da die Grabhügel der Muselmänner bezeich- ncten, konnte sich Boabdil nicht enthalten, Thränen zu vergießen. Die Sultanin Aixa, seine Mutter, die ihn mit den Großen, die einst seinen Hof bildeten, in sein Exil begleitete, sagte zu ihm:Weine jetzt wie ein Weib um ein Königreich, das du nicht verstandest wie ein Mann zu vertheidigen." Sie stiegen den Berg hinab und Granada verschwand für immer aus ihren Augen.

Die Mauren von Spanien, welche das Schicksal ihres Königs theilten, zerstreuten sich in Afrika. Die Stämme der Zegriö und der Gomelen ließen sich im Königreich Fezz nieder, woher sie ursprünglich stammren. Die Vanegas und Alabeö blieben an der Küste von Oran bis Algier; die Abenceragen endlich nahmen die Umgebungen von Tunis