Der Brautvater.

^st es doch, alS ob mich des Geschickes eiserne Hand gewalt- sam an diese Gegend fesselt ein Land, ach, wo die Erinne­rung trüber und auch selig entschwundener Stunden mein Herz be­fangen halt.' Schon weit ist der Morgen angebrochen, ich kann nicht fort. Die Stimme des Herzens sagt warte! Und doch folgte ich so selten der Stimme meines Herzens. Wo war es nur doch nein, fort, fort mit diesen weichen Gefühlen, das Eis, welches das Herz umgiebt, beginnt zu schmelzen, und der Krieger fangt in seinen alten Tagen zu weinen an. Recht hattest Du wohl Alter, wie Du gestern sagtest, die Franzosen haben dem Lande Unheil gebracht, aber wo giebt es wohl einen Feind, über den man nicht klagen würde?- Anna!

welch ein Name! Gott wars möglich, sollte wirklich die Macht der innern Gefühle so groß sein, daß die Gegenwart vor der alten Erinnerung zurückweichen soll. Ich muß ins Freie, hier wird mir so bange, die Welt ist mir zu eng.

Wohin bin ich gerathen? - Werde ich Linderung mei­ner schmerzlichen Gefühle auf diesem Friedhofe finden? Nein ich bin nicht mehr allein, der Raum sammelt sich mit herzlosen Zuschauern, bei deren Anschaucn die erwachenden süßen Erinne­rungen wieder untcrtauchen, und der Gefühlvolle in den Zustand seiner Hartherzigkeit zurückversetzt wird.-Ich athme freier

so recht die Zeit hat die Wunde geheilt und die Schwär­merei .der Jugend ist verweht.-Ha. dort sehe ich einen

schönen Grabeshügel, mit liebender Hand scheint er aufgebaut zu sein; einer Thränenweide junger Sproß überschattet mühsam ein marmornes Denkmal. Hier muß eine weibliche Hand den Bau geleitet haben, nichts geht ja über den erfinderischen Geist nnd den Geschmack der Frauen, wir wollen selbst lesen, wessen stil­les Häuschen die kalte Erde deckt, ein Kranz'von Immortellen schmiegt sich um die Kuppel:

JF.