Drittes Buch.
V ° » 1763 bis 178 9.
Erste Periode.
item Pariser Frieden bis zur Unabhängigkeits-Erklärung der Pcrcinigtcn ölaaten.
(Von 1763 LiS 1776.)
Wir kommen jetzt zu den Ursachen, durch welche England seine Colonieen verlor und diese ihre Unabhängigkeit gewannen.
Es läßt sich wohl leicht erklären, daß in zwei durch den Ocean getrennten Landern, wenn sie auch unter einem und demselben Herrscher stehen, doch verschiedene Sympathieen herrschen. Besonders hervortretend mußten diese aber da sein, wo das eine Land, welches sich das Mutterland nannte, auch alle die Rechte beanspruchte, die eine Mutter von einem Kinde zu fordern hat. Die natürliche Folge blieb nicht aus: der eine Theil forderte wirklich, der andere weigerte sich, und es kam nun darauf an, zur Geltung zu bringen, ob der erstere auch die Macht hatte, seine Forderung zu behaupten und durchzusetzen, oder der zweite im andern Fall im Stande war, seine Weigerung zu vertreten und durchzuführen.
England glaubte z. B., daß es ein Recht habe, trotz der königlichen Freibriefe, die Negierungen der Colonieen wechseln zu können; diese leugneten es. England beanspruchte, den Handel und Verkehr der Colonieen zu leiten, und wenn sich dieselben dies auch in gewissen Verhältnissen gefallen ließen, so glaubten sie doch, die englische Negierung sei in vielen einzelnen Fällen zu weit gegangen. Das aber, was sie am Meisten erzürnte und auch endlich den Ausschlag zu offenen Feindseligkeiten gab, war die Absicht des Mutterlandes, ein jährliches, gewisses Einkommen aus Amerika zu ziehen, indem es die Colonieen indirect durch Handelszölle und direct durch eine Taxe auf ihre eigenen Bedürfnisse besteuerte. Die ersteren hätten sie sich
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