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Rüböl.

Arbeit muß wiederholt werden; bei feuchter warmer Witterung wachst er außeror­dentlich schnell und soll, wenn er gerathet, in 10 Wochen aus und wieder in dem Sack sein. Ist vor der Blüthezeit heiß und trocken, so erzeugen sich an den Blättern und am Stengel Unmassen von Blattläusen, sogenannter Schmeiß, die in Haufen zusammensitzen und die Pflanzen mit weißgrünem Gischt überziehen, wonach sie kränkeln und vertrocknen. Vor der Reife giebt es eine Menge kleiner schwarzer und größerer grüner Raupen nebst den oben erwähnten Käfern, welche sämmtlich Blüthen und Schoten zernagen. Der gefährlichste Feind ist jedoch der sogenannte Pfeifer, eine Raupe, welche ganz zuletzt, wenn die Schoten beinahe die völlige Reife erhalten haben, die Körner in den Schoten rein ausschält und verzehrt; sie frißt sich in kleinen runden Löchern aus der Schote heraus, viele Schoten haben 45 dergleichen Löcher und gleichen dann einer Querpfeife; haben sie ihre völlige Größe erreicht, so machen sie in den Zweigen ein coconartiges weißes Gespinnst, worin des Abends oft 5 6 Stück Hausen, während sie am Tage fressen. Solcher Ge- spinnste oder Nester giebt eS zuweilen 56 an einer Pflanze. Ist diese Plage des LandmanneS bedeutend vorhanden, so ruiniren sie in 814 Tagen die Rübsenfelder meilenweit, und es hat dies schon große Conjuncturen hervorgebracht. Dieser Ca- lamität zu steuern giebt es kein anderes Mittel, als die ziemlich reifen Saaten bald

abzuhauen, sie nicht zu lange aus dem Felde trocknen zu lassen und auch in der

Scheune bald auszudreschen, da diese Insekten (Musikanten) selbst noch in den Bansen die Körner zernagen. Oelsaaten, deren Kronen und Blätter im Winter vom Wild, namentlich Hasen und Rehen, wie es in der Leipziger Gegend früher der Fall war, abgefressen, oder an Holzrändern von den Läufen der letzteren zer­treten sind, schlagen zwar wieder aus, allein die Beizwcige geben eben wie bei

Saat, welche theilweise erfroren ist, wenig Ertrag. Es ist schon vorgekcmmen, daß die Rapsblüthen theilweise in einer Nacht im Mai erfroren und die Oclpreise darauf bedeutend anzvgen. Beim Einernten wird der Raps häufig, um die größere Feuch­tigkeit zu benutzen und das Ausfallen der Körner zu vermeiden, des Nachts einge- sahren, jetzt auch auf großen leinenen Tüchern mit Dreschmaschinen ausgehülst oder auSgeritten. Die Oeconomen finden es gewöhnlich vortheilhafter, ihre Rapsernte bald nach dem Ausdrusch zu verwerthen, da durch Eintrocknen und Lagern die

Quantität sich nicht wenig verringert, Rapsstroh in den Scheunen viel Platz weg­nimmt und lieber außerhalb in Feimen gebracht wird. Der ausgedroschene Saamen muß von Spreu vollständig durch Siebe oder Reinigungsmaschinen gesondert werden; auf den Böden wird er, weil er leicht angeht und schimmelt, nur dünn äufgeschüttet und, bis er trockner ist, aller 23 Tage gewendet.

Die größeren Mühlenbesitzer kaufen die Oelsaaten meist gleich nach der Ernte und häufen viele tausend Scheffel zusammen, schlagen sie aber lieber, wenn sie dürr und ausgetrocknet ist und weniger wässerige Theile hat. In der Oelmühle wird die Saat zwischen 2 eisernen Walzen zerquetscht, dann unter Stampfen, in neuerer Zeit mehr unter 2 auf der hohen Kante sich in einem Kreis bewegende große Mühlsteine zu einer Art Mehl fabricirt, dann auf dem Wärmeofen geröstet. In Haartüchern oder Säcken wird die Masse zwischen Preßplattcn gelegt, mittelst des Keils, welcher durch den Oelschlägel in die Oellade getrieben wird, oder durch Druck, Rammet, auch hydraulische Pressen, (p. 46) zusammengepreßt, so daß das