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Für die älteste dieser Cousinen hatte Graf Wil- denfurt, wie seine Mutter wähnte, einst ein flüchtiges Interesse empfunden — es war vor seiner Reise nach Asien, also fünfzehn Jahre her, doch das damals sechszehnjährige Mädchen war so schön gewesen, daß sie unmöglich jetzt häßlich sein konnte. Gar zu gern hätte die Gräfin nun gewußt, ob ihr Sohn diese Jugendliebe nicht vergessen, sie konnte es nicht ergründen. Einen Entschluß mußte sie aber endlich fassen, sie war ihrer Schwägerin nun schon den zweiten Brief schuldig, wollte endlich antworten; — doch welche ihrer Töchter als Tochter annehmen? — Am Morgen des 24. März hatte sie abermals ihren Sohn um Rath gefragt, er aber dasselbe geantwortet, was er das erste Mal gesagt, nämlich: daß er in der Angelegenheit die Entscheidung ganz der Mutter überlasse.
Dieses gänzliche ihr Ueberlassen war eben der Kummer der Gräfin und nur der lange feste Nachmittagsschlaf hatte sie den Sorgen der Entscheidung entriffen. Kaum war sie aber erwacht, so siel ihr der unglückselige Brief ein, den sie an dem Tage noch schreiben wollte und seiner wie an die Wichtigkeit der Entscheidung denkend, seufzte sie laut und tief.

