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blicklich an. Wer sich hier tapfer verhalten wird, soll von meiner großen Macht und Freigebigkeit wohl belohnt wer­den. Wohlan also geben wir ihr die boshaftesten und sündhaftesten Gedanken ein.

Seele. So kommt ihr denn alle wider mich zusam­men. Wenn ihr von Gott eine Gewalt über mich hättet, so wäre Einer wider mich schwaches Weiblein genug; allein ich fürchte euch alle nicht. Denn im Namen meines Herrn Jesu Christi befehle ich euch verdammte Geister, weichet also- bald von mir.

Luzifer. Nicht verzagt meine höllischen Soldaten, verstellen wir uns in Engel des Lichtes, und unter dem Scheine der Heiligkeit bringen wir sie in Unruhe des Ge- müthes und wider den Rath ihres Seelenführers. Auf diese Weise werden wir einen herrlichen Sieg erlangen.

Seele. Schämet euch mit eurem Lügenwerk. Im Namen Jesu befehle ich euch lügenhafte Geister, ihr wollet euch in die Hölle stürzen.

Das einundfiebenzigste Gespräch.

Jesus erklärt der Seele den Stand der Verlassenheit.

I e su S. Ich habe dich liebstes Kind! schon genug mit meiner empfindlichen Gegenwart erfreut, und mit der Milch meiner süßen Tröstungen ernährt, damit du nur in meiner Liebe entzündet würdest. Bald aber werde Ich dich . mit innerlichen und äußerlichen Drangsalen und Verlassen­heiten heimsuchen, und anstatt der Milch des Trostes daS trockene Brod der Verlassenheit darreichen, damit du in der