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O&tofimüifyiQct Liebesakt

für die armen Seelen im Fegfeuer. *)

Dieser Liebesakt, der Gott sehr angenehm, den armen Seelen sehr nützlich und den Gläubigen, die ihn vollziehen, überaus vorteilhaft ist, besteht darin, daß wir ein Ge­lübde machen, alle unsere eigenen verdienstlichen Werke, die wir auf Erden verrichten, oder die nach unserem Tode für uns verrichtet werden, zum Voraus len armen Seelen schenken, damit sie um so früher zur ewigen Herrl ch- keit gelangen. Diese Andachtsübung, die schon lange in der Kirche bestand, wurde von dem frommen Theatiner in Spanien Pr. Oliden erneuert, vom Papst Benedikt XIll. gutgeheißen, und mit großen Ablässen zu Gunsten der armen Seelen versehen, die seither von Papst Pius VI. mit Breve von 12. Dezember 1788 und von Sr. Heilig­keit dem jetzt regierenden Papste Pius IX. mit Breve vom 30. September 1852 bestätigt worden sind.

Diese Ablässe bestehen darin, daß

1) Jeder Priester, der dieß Gelübde ablegt, für seine Person die Begünstigung eines privilegirten Altars genießt, wo immer und an was immer für einem Tage er die heil. Messe liest.

2) Daß alle Gläubigen, die dieß Gelübde ablegen, jedesmal so oft sie die heilige Communion empfangen, einen vollkommenen Ablaß zu Gunsten der armen Seelen erlangen, und eben so an jedem Montage des ganzen Jah­res, wenn sie der heiligen Messe beiwohnen, und im einen

*) Mit Approbation des hochwürdigsten fnrstbischöflichen Ordina­riates Briren.