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Alles liebe, und aus Liebe zu dir jede Mühseligkeit und jeden Schmerz willig erdulde. Wisse weiter, meine Schwester, daß, wenn du deines göttlichen Bräutigams Tod und Leiden betrachten und an dem­selben dein Wohlgefallen finden willst, du dich von unmäßigem Essen und Trinken enthalten, und nur so viel mit Mäßigkeit genießen mußt, als du zu deinem Lebensunterhalte bedarfst. Du mußt dich gleichfalls vor dem vielen Reden und vor eitlen, unnützen Gesprächen hüten; denn wer die Schmer­zen Jesu Mitempfinden und erwägen will, darf nicht durch Lachen und eitles Geschwätz sich hinreissen las­sen. Du mußt jedes sinnliche Vergnügen meiden, und so viel es dir nur immer möglich, jeder zu großen zeitlichen Tröstung unzugänglich bleiben; denn sinnliches Vergnügen, menschlicher Trost und Betrachtung des Todes Jesu, da sie einander gänz­lich entgegengesetzt sind, könnten unmöglich zusam­men sich vertragen. Wenn du dieses göttliche Lei­den vollkommen betrachten willst, so ist es zweck­mäßig, daß du im Geiste dich so vorbcreitest, als wärest du selbst bei der Kreuzigung Jesu zugegen gewesen; d. h. deine Blicke, dein Schmerz und deine Rede müssen so beschaffen seyn, als sähest du deinen zärtlichen Bräutigam in demselben Augenblicke ge- kreuziget vor dir, auf daß du ein desto innigeres Mitleid und einen desto liefern Schmerz in dir empfindest, und solchermassen sein Leiden desto voll­kommener betrachten könnest. Um dir diese heilige Uebung für das Herz und für das Gedächtniß mehr

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