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Si’Ih'ii im Oriente.
mitten auf der Brust. Die beste Masse, die Artillerie, verdankt preußischen Dfficieren ihre Einrichtung. Freitich fehlt noch der streng militairische Geist, denn selbst wenn der Soldat auf Wache ist (s. S. 25), entledigt er sich gern der lästigen Schuhe, um seine Pfeife behaglicher rauchen zu können, oder- beschäftigt sich mit Spinnen. Noch mehr sucht sich die Landwehr (s. S. 25) der militairischen Zucht zu entziehen, da sie lieber barfuß geht und noch unzertrennlicher von der Pfeife, dabei aber tapfer und vaterlandsliebend ist, sich aber nach und nach an die Disciplin gewöhnen wird. Außerdem besitzt der Sultan noch 70 Kriegsschiffe, die aber, wie die Ianitscharen und Spahis (Reiter), ihre Furchtbarkeit verloren haben, da die Türken den Fortschritten der Schiffsbau - und Seewissenschaft fremd geblieben sind. Was sie in militairischen und maritimen Beziehungen in letzterer Zeit geleistet, ist das Werk ausländischer Officiere und Fachmänner, welche seit des letzten bedeutenden Sultans Mahmud Tode bemüht sind, europäische Formen dem versunkenen türkischen Staats körper anzupassen. Wie weit sich die Neugestaltungsvcrsuche bewähren, müs. sen wir abwarten. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß nach mancherlei schweren Kämpfen der europäischen Bildung in der Türkei eine neue Stätte zu gewinnen ist; doch wirds uoch mancher Jahrzehnte bedürfen, um einen nur leidlichen Zustand herzustellen, da kaum ein Volk so abergläubisch und voll Borurtheile ist, als das türkische, welches den Gianr, wie es den Christen nennt, haßt und verachtet, obschon cs diesem die Erhaltung der Epistenz zu danken hat. Der Türke glaubt an ein unabänderliches Schicksal, deshalb ist er träge und sorglos. Was geschehen soll, wird geschehen! denkt er und legt die Hände müssig in den Schooß, selbst wenn sein Haus brennt. Der Koran bestärkt ihn in diesem thatlosen Zuwarten und verhindert den Fortschritt in der Eultur, zu welchem der Drang der Ulnstände und eie Roth der Zeit die Türken immer mehr nöthigen werden. Schon sind ihnen europäische Waaren unentbehrlich, schon haben sie sich Dampfschiffe gekauft, bald werden auch Dampfwagen auf Eisenschienen die fruchtbaren Thäler durchbrausen, der Verkehr mit den Europäern wird lebhafter werden, die Borurtheile werden sich verlieren und der Türke nach und nach Europäer werden.
Das Türkenreich umfaßt die Länder culturfähiger Völker, wo vor Jahrhunderten die Bildung ihren Sitz aufgcschlagen hatte. Als Europa noch in Barbarei und Unwissenheit versunken war, blühten in Constantinopel Kunst und Wissenschaft, hier entwickelte sich die christliche Baukunst, hier ward das Neue Testament zuerst wissenschaftlich durchforscht, von hier gingen die Lehrer der griechischen Sprache nach Westeuropa und begründeten dort eine neue Cnlturepoche. Der Serbe hat seine Heldenzeit in den Türkenkriegen gefeiert und ist reich an Heldenliedern, der Arnant ist ein geborncr Krieger, der) Bosnier, Bulgare und Walache sind arbeitsam und lernbegierig, der Türkei gelehrig, ehrlich, treu und geboren zum Regieren.
Wenn in Europa Constantinopel und Athen voll großer Erinnerungen an eine glänzende Vergangenheit sind, so weisen der Ararat und der Sinai.

