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England und sein Volk, seine Industrie und Handelsthätigkeit.

Endlich winken die Kampfrichter vvn dem Balkone, von welchem bnnte Fah­nen wehen. Die Trommel rasselt, die Zuschauer drängen sich vom Kampf­plätze zurück, denn die Iokeys (jugendliche Reiter) sind gewogen und den Leichteren Blei in die Taschen gesteckt, damit sie alle gleich schwer sind. Beim zweiten Trommelwirbel sprengen sie dahin. Mit weit vorgestreckten Hälsen fliegen die Pferde dem Ziele zu, welches fast eine deutsche Meile entfernt ist. Jetzt umreiten sie es, schon sind sie wieder bei den Zuschauern, die ihnen laute Bravos zurufen, um denselben Weg noch einmal zu machen, denn wer nun das Ziel zuerst erreicht, der ist Sieger. Das Publicum zu Pferd und Wagen eilt ihnen nach, um zu sehen, wer zuerst ankommt. Viel müssen Reiter und Roß bei einem solchen Ritte aushalten, schier ist ihnen der Athem vergangen, die Iokeys sehen blaß und halb ohnmächtig aus, den Rennern rieselt Blut aus Seiten und Nüstern, aber für dies Alles entschädigt der Ruhm, den Preis gewonnen zu haben.

3. Eine Näh- und Stecknadelfabrik in Birmingham.

Wenn wir die Tausende von Schiffen, die Schiffswerften, Häfen, Docks, Börsen, Waarenniederlagen, Eisenbahnen und Telegraphen überrechnen, wenn wir die zahlreichen Erfindungen zusammenzählen, so tritt uns die Großartig­keit des Handels und der Industrie vor Augen; aber unsere Bewunderung steigert sich jedenfalls noch, wenn wir uns im Kleinsten vergegenwärtigen, durch welche riesige Anstrengungen beide unablässig bemüht sind, das Leben angenehm und bequem zu machen. Wer nimmt sich die Mühe, eine hinge- sallene Stecknadel zu suchen oder aufzuheben? Und wie unbehaglich würde es sich leben, wenn wir keine Stecknadeln hätten oder sie theuer bezahlen müßten? Wie sollten wir uns ferner Kleider anfertigen, wenn wir keine Nähnadeln besäßen? So unentbehrlich, so wichtig für unsere Bildung sind diese unscheinbaren Drahtstiftchen!

Es gefällt uns gar sehr, wenn wir eine Blume, ein Band, einen Schmetterling anstecken, wenn wir einen kaum sichtbaren Seidenfaden durch das Oehr einer Nähnadel ziehen können. Aber wer hat denn schon an die Schwierigkeiten und die mühseligen Arbeiten gedacht, welche nöthig waren, ehe jene Kleinigkeiten geschafft werden konnten? Tief im festen Gestein sitzt das Eisen. Es mußten Bergwerke und Schachten angelegt werden, damit der Fels zersprengt, diese Stücken zerkleinert, das Erz in den Hochöfen aus­geschmolzen und das Roherz von einem Pochwerk, von einem Hochofen zum andern geschafft werden, bis es als lange Stange Roheisen in die Niederlage des Kaufmanns kam. Wie viel Hände, wie viel Capital waren nöthig, ehe das Material zu einer Nadel geschafft wurde.

Um aus dem Stabeisen Nadeln zu machen, muß dieses erst durch Ma­schinen zu Draht gezogen werden, indem man den Stab glüht und durch Eisen mit Löchern von verschiedenem Durchmesser zieht. Erst ganz dünne Drähte kommen in die Nadelfabrik, wo sie durch 4070 Hände gehen, ehe