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Milch nehmen werde, um ihr Kind weiter aufziehen zu können? Doch wurde sie bald etwas getröstet, als sie nachrechl^ete, daß ihr nach Abzahlung ihrer Jnteres- senschuld immer noch einige Gulden verblieben, um sich und ihrem Kinde einige Zeit Milch ankaufen zu können, die im Dorfe nicht eben allzutheuer war. Dabei sann sie nach, ob sie ihrem Kinde nicht etwa auch noch ein Kleidchen anschaffen könne, und glücklich darüber drückte sie ihren Liebling an's Herz und bedeckte sein Gesichtchen mit glühenden Küssen.
Jetzt wurde am Hausthore geklopft, und das Kind auf den Kasten setzend, eilte sie hinaus um nachzusehen, wer bei ihr Einlaß begehre. Es war die Nachbarin, welche zu fragen gekommen war, ob sich nicht ein Hühnlein herüber verirrt habe, das ihrer Schaar abgehe? Und wie eS nun bei den Frauen schon geht, so blieben sie länger als eben nöthig war, draußen stehen und plauderten erst vom Wetter, dann von den Preisen der Lebensmittel und zuletzt von den Kleidern der reichen Müllermeisterin, die sich wie eine Fürstin trage, ihren Leuten aber kaum das Wasser gönne, das von ihnen getrunken werde. Als die Nachbarin endlich fort war, eilte die Häuslerin in die Stube zurück um nach dem Kinde zu sehen und das Geld aufzuheben, das sie neben demselben auf dem Kasten liegen hatte. Wie erschrack sie aber, als sie das Letztere nicht mehr sah, ob sie gleichwohl genau wußte, wo sie es vorhin hingelegt hatte. Das war ein Blitz aus heiterem Himmel, der alle ihre Hoffnungen mit einem Mal wieder zu nichte machte. Sie suchte auf und neben dem Kasten, auf Tisch, Stuhl und Fußboden, doch wollte das Geld nirgends wieder zum Vorschein kommen. Händeringend und jammernd gieng sie in der

