Kenutnkß kann cv nur durch die öftere Betcht erhalten. Daraus erhellet, wie gefährlich das öftere Wechseln der Beichtväter ist, und doch wechselt man oft in der Absicht, um die Lossprechung zu erhaschen. Wie wird dem Richter sein Amt so schreckbar, wenn er einen solchen Sünder nach dem Sinne Jesu richten soll, dessen Lebenswandel und Gewissenszustand chm so unbekannt ist! — Wird wohl der Himmel alles lösen, was der Richter löset? Damit du also den Tod nicht findest, wo du das Leben suchest, so bestrebe dich, diese Punkte zu beachten, so wie die folgenden.
3) Ruse den heiligen Geist an, damit er dich erleuchte, alle deine Sünden zu erkennen, zu bereuen und zu beichten. Stelle dir vor, als wäre diese Beicht die letzte deines Lebens, als würdest du morgen zur Ewigkeit abreiseu. Bete daher mit aller Andacht zu Gott dem heiligen Geiste, um die Gewissenserforschung gut anzustellen, und um das nothwendige Licht zu erhalten, deine Sünden recht zu erkennen.
4) Bei der Gewissenserforschung frage sich der Sünder vor allem, wann und wie er das letztemal gebeichtet habe. Erforsche genau, ob deine letzte Beicht nicht ungültig war, weil du eine schwere Sünde verschwiegen, wissentlich, oder weil du keine wahre Reue und festen Vorsatz hattest; hiet mußt du dann nicht nur die verschwiegene Sunde, sondern alle seit der letzt ungültigen Beicht wiederholen, und die Zahl der unwürdigen Beichten und Commu- nionen angeben. Hast du aber ohne Verschulden in der letzten Beicht eine Sünde vergessen, so darfst du diese nur allein offenbaren.
Die Gewissenserforschung soll aber nicht zu ängstlich, noch leichtfertig geschehen. Die übertriebene Furcht bringt den Sünder in Verwirrung, und raubt ihm alles Vertrauen auf die Güte und Barmherzigkeit Gottes. Cr fürchtet immer, nicht recht gebeichtet zu haben, und wiederholt mit Bangigkeit schon oft gebeichtete Sünden, und will sich nicht beruhigen lassen. Ach, o ängstliche Seele! vertraue auf den Herrn und sein göttliches Wort. Er will ja nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Gott fordert ja von uns schwachen Menschen nicht mehr, als wir leisten können. Er sieht auf unfern guten Willen,

