457
unfern Geist ins Meer der Ewigkeit. Gleichwie ein Wanderer, nachdem er einen langen Tag hindurch das Ziel seiner Wünsche vergebens gesucht hatte, bei der Ankunft der Nacht mit der ersten Hütte zufrieden ist, dort eine Zeitlang über seine Arbeit nachdenkt und sein müdes Herz erquickt, bis ihn endlich die Stunde des Schlafes zur sanften Ruhe einladet, so gehen auch wir endlich unter ein Dach, durch den matten Abendstrahl des Lebens hin und erscheinen vor der Gränze der Ewigkeit. O Ewigkeit! die allein unserer Gedanken und Sorgen würdig ist , und, ach! dennoch von den meisten Menschen vergessen wird; wer wird ihnen Thränen genug geben, um eine so klägliche Blindheit genug zu beweinen! O unbegreifliche Ewigkeit, wer kann deine Tiefen messen! vermehre man Millionen der Jahrhunderte, so viel als Sandkörner am Ufer des Meeres sind, und sie sind noch nichts gegen die Ewigkeit, nach all diesen verflossenen Jahren bleibt dennoch eine ganze Ewigkeit. — O wie glückselig ist der Stand eines Gerechten, aber wie entsetzlich die Verzweiflung des Verdammten. Christ! denke nach über diese beiden Ewigkeiten, und erwäge, daß Eine oder die Andere gewiß dein Loos ist. Arbeite mit Furcht und Zittern an dem einzigen Geschäfte deiner Seligkeit. Die Gestalt dieser Welt geht vorüber, der Tod nahet, die Ewigkeit rücket heran. Glückselig bist du, wenn du mit Hintansetzung alles klebrigen für deine glückselige Ewigkeit arbeitest. Muthig zum Kampfe, o liebe, christliche Seele! über dem Sternenhimmel

