Johann Heinrich Behr,
geb. zu Schlei; 1647, gest. zu Berlin 1717.
Dieser ausgezeichnete Mathematiker und Ingenieur hat sich weniger durch Schriften, als durch städtische Bauten verewigt. Geboren zu Schleiz 1647 trat er im Jahr 1680 in kurbrandenburgische Kriegsdienste, nahm Theil an verschiedenen Feldzügen und erhielt nach seiner Rückkehr aus dem Kriege gegen die Türken 1685 das Lehramt der Mathematik am Cadettcnhanse zu Berlin. Von 1691 an zog man ihn zur thätigen Beihülfe bei Entwerfung des Plans für den Bau der Friedrichsstadt; später erhielt er die Oberleitung über diese ganze großartige Schöpfung König Friedrichs I. So entstanden namentlich 1696 die Französische und Behrenstraße (die nach ihm den Namen bekam), sowie 1701 die Jerusalems- und Leipzigerstraße. 1712 erschien von ihm ein Werk über Kriegsbaukunst. Sein Tod erfolgte im Jahre 1717.
Wie hoch Behr's Verdienste geschätzt wurden, erkennt man aus dem Umstande, daß er in die königliche Societät der Wissenschaften zu Berlin als Mitglied ausgenommen worden war.

