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Einleitung.

ergehen ließ. Letztere aber thaten nun einen Schritt, der fast allein noch fehlte, um die überhand genommene Verwirrung unheilbar zu machen. Sie erklärten nämlich, daß sie nicht schul­dig seien, vor diesem Gerichte Rede und Antwort zu stehen, weil die Personen, aus denen dasselbe zusammengesetzt wäre, einem feindlichen Glauben angehörten und ihre Parteilichkeit, wie je­dermann offenkundig sei, vielfach bewiesen hätten. Bei der Wei­gerung, sich dem Kammergerichte zu unterwerfen, beharrten die Protestanten auch auf dem Reichstage, den Ferdinand zu Nürn­berg eröffnete, und verweigerten die Türkenhilfe, wegen welcher derselbe doch hauptsächlich berufen worden war.

Karl hatte nach dem unglücklichen Zuge gegen Algier in Spanien residirt. Da jetzt aber die Niederlande, welche er vor­züglich liebte, durch den König v-on Frankreich und dem mit ihm verbündeten Herzog von Cleve in Gefahr kamen, Deutschland aber nicht nur neuerdings von den Türken bedroht wurde, son­dern durch die Weigerung der Protestanten, die Wirksamkeit des Kammergerichtes anzuerkennen, fast einer Anarchie nahe ge­bracht war, reiste er durch Italien nach diesen Ländern *). Gerne hätte er jetzt schon einen Reichstag gehalten, aber sowohl der Krieg in Ungarn**), als jener mit Frankreich nahmen eine so üble Wendung, daß Karl, der nicht aller Orten selbst sein konnte, beschloß, sich wenigstens einen Feind vom Halse zu schaf­fen, und zwar den Herzog von Cleve. Die Waffen des Kaisers wurden vom Glücke begünstigt***), und so reißend war ihr Erfolg, daß der Herzog genöthigt wurde, sich ihm zu Füßen zu werfen, und unter der Bedingung, nicht von der katholischen Religion abzuweichen, auf das Herzogthum Geldern Verzicht zu leisten,

*) 1543.

**) Hier gingen nach einander Gran, Fünfkirchen, Stnhlweißenburg und andere Städte an die Türken verloren.

***) Angust 1543.