38 Einleitung.
ternehmung wurde von dem vollständigsten Erfolge gekrönt. Kurfürst Moritz vereinigte sich, aus Thüringen kommend, bei Bischofsheim mit den Truppen des Landgrafen Wilhelm von Hessen, bei Rothenburg an der Tauber mit jenen des Markgrafen Albrecht von Brandenburgs), von da zogen die Fürsten vereint vor Augsburg und nöthigten diese Stadt zur Uebergabe. Ulm ließ es zu einer Belagerung kommen, die jedoch bald endete, da die Fürsten unter sich uneins wurden. Der Markgraf sonderte sich, um auf eigene Faust zu brennen und zu sengen, von dem Kurfürsten und dem jungen Landgrafen ab. Moritz begab sich für seine Person nach Linz, um mit dem Könige Ferdinand, wie er diesem versprochen, über den Frieden zu unterhandeln, während sein Heer unter der Anführung des Landgrafen Wilhelm und des Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg zu Stockach die Hilfsgelder und Geiseln des französischen Königs in Empfang nahm, und sich dann bei Gundelfingen aufstellte, die Rückkehr des Kurfürsten zu erwarten. Diese erfolgte am 9. Mai, nachdem zu Linz nichts weiter als eine neue Zusammenkunft zu Passau, und von dem 11. an ein Waffenstillstand verabredet wurde. Allein da seine Verbündeten, insbesondere der französische Gesandte den Stillstand nicht annahmen, rückte Moritz vor, stürmte die Ehrenberger Elause, und erschien am 23. Mai vor Innsbruck, wo er beinahe den Kaiser gefangen genommen hätte, welcher in einer Sänfte, denn er wurde von der Gicht gefoltert, mit genauer Roth über das Gebirge gerettet wurde, und sich nach Villach in Kärnthen begab. Auch die Väter des Tridentiner Conciliums ergriffen die Flucht, und es dauerte zehn Jahre, bis dasselbe wieder zusammentrat. Welchen Zweck Moritz mit seinem Zuge nach Innsbruck hatte, ist nicht recht klar, denn an sich war es ganz gleichgiltig, ob sich der
*) Ende März 1552.
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