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Einleitung.

ftantischen Stände gingen sofort in Erfüllung. Einige hundert verfügten sich auf das Schloß, verlangte« mit Ungestüm den Kaiser zu sprechen, und begehrten durch den Grafen Joachim von Schlick, der das Wort führte, große Freiheiten für ihre Religion, sowie verschiedene Zugeständnisse in Betreff der Regie­rung des Königreiches. Die lezteren bewilligte der betäubte Kaiser, in Betreff der crsteren sagte er jedoch nur zu, daß sie auf dem künftigen Landtag vor allen übrigen Dingen erledigt werden sollten. Die Stände ließen sich für diesmal nicht nur beruhigen, sondern rüsteten mit solchem Ernst für den Kaiser, daß ein blutiger Bürger- und Familienkrieg unvermeidlich schien. Rudolph aber, der den Böhmen nicht trauete, ließ sich in Un­terhandlungen mit seinem Bruder Mathias ein, und trat ihm das Erzherzogthum Oestreich ob und unter der Enns und das Königreich Ungarn ab *).

Gleich wie die Mißhelligkeiten zwischen den beiden Häup­tern des Hauses Oestreich den Ansprüchen ihrer eigenen pro­testantischen Landstände förderlich waren, wurden letztere hin­wieder durch die Unternehmungen der protestantischen Reichsstände, welche die evangelische Union schlossen, in dem Vorsatze, ihrer Religion um jeden Preis freiere Uebung zu verschaffen, bestärkt. Lange schon hatte Kurpfalz sich vergeblich Mühe ge­geben, eine nähere Vereinigung der protestantischen Reichstände zu Stande zu bringen, als der Vorfall mit Donauwerth die be­reits allgemein im Volke verbreitete Meinung, es bestehe ein großes Bündniß aller Katholiken zum Umstürze der beiden an­deren Confessionen, neuerdings zu bestätigen schien. Diese Reichs­stadt hatte nämlich die katholischen Processionen ihres Abtes ge­stört, welcher darüber klagbar geworden war. Der Reichshof- rath sprach die Acht gegen die Stadt aus, übertrug die Voll-

*) Juni 1608.

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