Herrn Joseph Bauerschuberts. 23

einst selbst, muß ich verschweigen, wie drückend arm ich oft gewesen bin. Der Gedanke an eine bessere Zu­kunft, ließ mich diese lästigen Gefühle überwinden, Tm) dem Bewußtseyn mir schon erworbener und auch noch künftig zu erwerbender Einsichten, und die Erin­nerung an andere verdienstvolle arme Philosophen der Vergangenheit, erhielten mich aufrecht, wenn ich schon ju versinken ^ähitte.

Was Bauerschubert äußerlich schien, war er auch innerlich. Zufrieden und froh, nach Wahrheit dür­stend, und stark, das erkannte Gute öffentlich zu be­kennen und ausznübtzn. Grad und unverstellt sprach und handelte er überall. Manche hielten ihn deßwe- gen für unklug; aber die Achtung, die man der Red­lichkeit immer zu zollen gedrungen ist, konnten sie ihm nicht versagen. Er hatte, man kann es mit Wahr­heit versichern, keine Feinde, als solche, die sich von ihm übertroffen sahen, und klein genug dachten, ihn deßwegen anzufcknden, anstatt daß sie ihn hätten zu Erreichen suchen sollen; oder eine gewisse Sorte von b'efondern Leuten, die andern zumuthen, ihr Wissen in sich zu verschließen, damit nur von ihnen gerühmt werden könnet daß sie gelehrt seyn!

Der Theologie war er nun so fern hold, als sie dazu dienen könne, die Menschheit überhaupt auf die Stufe von Vollkommenheit zu erheben, auf die sie nach der gesunden Vernunft kommen soll. Lehrsätze, welche die Freyheit des menschlichen Geistes niederzu­drücken drohen, waren ihm äußerst zuwider. Man fand ihn daher auch nur selten mit den alten Theolo­gen der katholischen Kirche beschäftiget, wenigstens nur so lange, damit er der Verfassung des Priesterhauses gemäß, den Forderungen an ihn, ein Genüge thun konnte. Seinem Ausdrucke zu Folge, waren mehrere