Zo Leben und Schicksale
mittel zu erkundigen. Er that selten eine Fehlbitte.
Es wurden seine Briefe und Wünsche von den allermeisten mit Achtung und Liebe ausgenommen. Um die- r se Zeit schrieb er auch verschiedene Aufsätze in vaterländische Journale, die seinem Kopfe und Herzen Ehre machten, deren vielleicht einige derselben mitgetheilt werden sollen, die des Druckes würdig sind. Da er im adeligen Seminarium auch den Auftrag hatte, die akademische Predigerstelle eine Zeit lang zu versehen, und die studierende Jugend zweckmäßig zu erbauen : so übte er sich auch in dieser Art des Vortrags. Wie gut er sich seines Auftrags zu entledigen und das Zutrauen seiner Obern zu erwerben wußte, das bezeugen nicht nur die aufrichtigen Geständnisse redlicher Professoren, die seinen Vorträgen beywohntcn, sondern auch die Briefe • verschiedener Studenten, die ihm ihre Dankgefühle über seine Belehrungen und bey ihnen gewirkte Empfindungen ausdrückten; an einigen hier mit angehängten Proben, wird jeder unparteyische Lehrer sehen können, ob sich mein Urtheil rechtfertigen lasse oder nicht.
Bauerschubert finden wir nun aus jenem ihm angemessenen Wirkungskreise herausgerissen, wie ich schon oben erwähnte, und aufs Land als Capellan versetzt.
Kein empfindlicherer Streich hätte seinem gefühlvollen Herzen gespielt werden können, der ihm desto schmerzlicher fiel, je gewisser er von der Reinheit und Unbefangenheit seines Gesuches und Wunsches, hier viel i
Gutes zu wirken, überzeugt war. Selbst die adeligen ^
Jünglinge, denen er auf diese Weife entzogen wurde, ' hingen ferner mit ganzem Herzen an ihn, und beklagten sich laut, an ihm euren jo treuen Lehrer und Freund entbehren zu müssen. Einige begleiteten ihn daher bis auf seinen neuen Posten, trugen die Kosten der Reife ^
für ihren Freund und Lehrer/ und erbathe» sich auch /

