58 Am Sonntage Huinquagesima.

Dieß hinderte ihn nicht, bis auf den letzten Augenblick der einbrechenden Trübsal die Werke des­jenigen zu verrichten, der ihn gesandt hatte; d. h., -

wohl zu thun allen denen, die ihn um Hülfe ba« then, und das Reich Gottes, die göttliche Lehre, wie man durch Rechtthun und Frömmigkeit fein Heil I suchen müsse, auf Erden zu begründen und auszu- I breiten. Ruhig wandelte er daher seinen Weg nach Jericho zu , und eben jetzt kam ihm wieder ein Elen­der zu Gesichte, der so laut und ungestüm nach Hül- - fe rief, daß ihn die Reisegefährten Jesu zum Schwei­gen zu bringen suchten.Jesu, Sohn Davids, erbarme dich meiner:^ rief er zu wiederhohl- ten Mahlen. Kaum hatte Jesus die Stimme ver­nommen, so war auch sein menschenfreundliches Herz , schon zum Mitleide gestimmt. !

So menschenfreundlich waren nun freylich die­jenigen nicht, welche dem armen Blinden sein Schrey- en wehren wollten. Sie machten es vielmehr gera­de, wie jene unbarmherzigen Leute in unfern Tagen, die keine Klage der Noch, und keinen Anblick des Elendes ertragen können: weil sie so etwas zu dem für ste so unerträglichem Mitleide bewegen würde. Jesus aber war nicht so weichlich , und er hatte nichts von jener grausamen Empfindsamkeit, dre keinen Ar­men, keinen Elenden leiden mag, um nur kein Mit­leid zu fühlen.

Er ließ den um Hülse Rufenden auf der Stel- ^ le zu sich kommen, und fragte ihn mit der sanfte" Stimme des Menschenfreundes:Waö willst öU,

daß ich dir thun fott?"Herr, daß ich P hen möge, u war die Asltrvort. Und was er wollte, erhielt er auf der Stflle; er konnte wieder ^