sepn. Bey einer solchen Gemülhsstimmung wird er die Streiche des Mißgeschickes, welche nur für äußerst Wenige ausbleiben, nicht fürchten, stets der Gegenwart froh ftyn, ohne die Zukunft zu scheuen. Oft scheint sich Alles verschworen zu haben, unser Leben mit Unannehmlichkeiten und Leiden aller Art zu erfüllen, nirgends, wohin wir in der Nacht unseres Elendes blicken, leuch­tet ein Sternlein der Freude und Hoffnung da wird uns denn bange, und Manchem sinket für immer der Muth; aber ehe wir's möglich den­ken, kommt von einer Seite, auf die wir in unserer Verzweiflung gar nicht geblickt haben, die Morgcnröthe einer befferen Zeit, und wie sich das Unglück früher unerschöpflich bewiesen in sei­ner Qual, so strahlet uns aus dem unerschöpfli­chen Borne der Freude wieder das Glück entge­gen. Aber wir müssen diesen lächelnden Augen­blick freylich zu benützen verstehen, müssen Kraft genug haben, das flüchtige Glück zu erhalten, mit Mäßigung und Weisheit seine Gaben be­nützen. Deßhalb soll uns auch in dem tiefsten Abgrund des Mißgeschickes, mitten in menschli­chen Leiden, der Muth nicht verlassen. Wir bedürfen seiner nur, und die Hälfte derselben flüchtet vor seinem Schilde, die andere aber wird es müde, mit unserer inneren Größe zu streiten, und weicht früher oder später gewiß einem besse­ren Loft. Gottvertrauen, Selbstver-