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Am Sonntage Rogate re.

des Christen unwürdig alle übertriebene Sorge.für zeitlichen Reichthum, für Speise und Trank, sey. Es war em Mann reich und begütert, spricht er; er erntete so im Ueberflusse, daß er nicht alles auf seinen Böden und in seinen Scheuern untcrzubringen wußte. Was soll ich thun; dachte er also bey sich; ich kann mei­nen Ueberstuß nicht unterbringen. Nun wohlan! ich will mir neue Böden und Scheuern bauen, dar­ein will ich alles sammeln, was mir einkömmt. Dann will ich zu mir selbst sagen: meine Seele, du hast nun Vorrach auf viele Jahre, ruhe nun aus, , trink, schmause. So sprach der Reiche, und Gott sprach: Du Thor, in dieser Nacht nimmt man dir das Leben, und wem gehört dann alles, was du dir gesammelt hast? Jesus führet seine Rede fort: Wer ernähret die Raben, wer bekleidet-die Feldblumen so herrlich? Nicht wahr, Gott? Wie könnet ihr also um Speise und Trank und zeitlichen Unterhalt so bekümmert seyn ? Ihr seyd ja mehr, wie Raben und Feldblumen. Nun schließt er mit der wichtigen Lehre: Suchet zu­erst das Reich Gottes und seine Gerechtig­keit, und dieß alles, Speise und Trank und zeitlicher Segen, wird euch beygelegt wer­ben.

Und so sollte es auch seyn; dieß wäre das Ver­nünftigste und das Beste. Wenn wir nur immer suchten, gute und rechtschaffene Menschen zu seyn, an dem Uebrigen, was wir brauchen, würde es nicht fehlen. Durch all' unser Wünschen und Be­gehren, durch alle unsere Sorge und Mühe, können wir es nicht zuwege bringen, daß die Sonne schei­net, daß es regnet, daß Korn und Wein gedeihet. Das hängt schlechterdings nicht von uns ab, das