Am Feste der Erscheinung des He^rn.
Von der Beschaffenheit und dem unglückseligen Zustande des Mißtrauischen.
Text.
Kommt wieder zurück und sagt mirs, wenn ihr den jungen Köllig gefunden habt, daß auch ich hingehc und vor ihm uiederfalle, und ihm meine Ehrfurcht bezeige. Matth. II. i bis 12.
"Merodes fürchtete sich seiner Krone, darum ahnete er gleich so viel Böses, als ihn die Arabischen Sterndeuter fragten, wo der neue Iudenkönig geboren sey, dessen Gestirn sie im Orient gesehen hatten.
So machen cs alle mißtrauischen Leute, m. A.! die sich ihrer gerechten Sache nicht bewußt sind; gleich fürchten sie das Schlimmste, wenn sich nur von fern her eine Gefahr für sie zeigt. Wer seine Sache nicht mit Recht hat, sagt ihr, dem schwin- delts immer, cs möge ihm nicht nach Wunsch gehen, oder es möge ihm was aufstoßen, was ihm nicht erwünscht seyn kann. Von dieser Men- schenart war Hcrodes. Die Sterndeuter reden von einem neuen Judenkönige, dessen Stern bey seiner Geburt aufgegangen sey, und nun denkt der furchtsame Fürst gleich bey sich : Ey, das mag wohl der seyn, der mich vertreiben wird; nun mags wohl um meine Herrschaft gethan seyn. Und nun gilts ihm, eine List zu erfinden, um den jungen König in der Geburt zu ersticken. Diese List liegt in den Wor-

