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nehmt mich mit als Eure Magd, nur laßt mich nicht hier zurück!" —
„Du willst mit mir fliehen, also liebst Du mich und hassest diesen? Caloris, ein Entfliehen ist nicht möglich für uns Beide, schon ich allein rechnete nicht mehr darauf, seit ich die Wachen auf dem Wallgang gesehen. Sie sind nicht trunken, wie die Wächter am Thor. Wir können nicht entfliehen, aber wir können glücklich sein, bis der Tag graut und es Zeit ist, zu sterben. Das soll meine Rache sein, er soll uns schwelgen sehen, und wenn ihm Hülfe naht, geben wir uns freiwillig den Tod undi, gönnen ihm nicht die Rache, nach der er knirscht. Küsse mich, Caloris, wenn nicht aus Liebe zu mir, so aus Haß gegen den Elenden, räche Dich und mich und zeige ihm, daß Du ihn verachtest, daß Du lieber stirbst, als ihm angehörst, denn ein Ruf von Dir könnte mich verderben und ihn erretten!"
Er breitete die Arme aus und sie wich nicht zurück, noch bebend vor Entsetzen, aber auch glühend in der Wollust solcher Rache sank sie an seine Brust — da zuckte er zusammen und griff nach dem Dolch — —
Das Fenster war* von Außen geöffnet worden und ein Mann stieg herein.
Mit einem Satze war Archesaus bei dem Gebundenen, ihn niederzustoßen, ehe er befreit werden konnte; aber er ließ die Hand sinken, die den Dolch gezückt, und starrte sprachlos vor Ueberraschung die Gestalt an, welche in's Fenster gestiegen und' jetzt die Capuze zurückschlug, die das Antlitz verhüllt.
Simon stand vor ihm und flüsterte seinen Namen. „Ich bin's!" sagte er, als müsse er Archelaus einen Beweis geben, daß er sich nicht täusche und auch kein Gespenst, sondern einen wirklichen Menschen vor sich sehe.

