17.5

Für jede gute Stunde, für jede mir zufällig zu­fließende Verbesserung meiner Umstände will ich zwar dem Urheber alles Guten ewig danken und seine Güte gegen mich durch Lob verherrlichen, allein nie soll mich auch ein, mir zustoßendes kleines oder größeres Unglück im Geringsten von ihm ab, sondern vielmehr noch näher zu ihm hinziehen, weil ich es fest glau­ben und überzeugt seyn darf, daß jedes widrige Er­eigniß nur das Mittel zum Zweck meiner Besserung seye, und mir zum Besten dienen müsse.

Ich will des Morgens nie ohne Dank gegen die Gottheit, nie ohne das Vorhalten der Möglichkeit aufstehen: daß ich vielleicht das letztemal aufstehe, vielleicht den letzten meiner Tage antrete, und mir deßwegen vornehmen, ihn nach meinen obigen Grund­sätzen gut und so viel möglich tadellos zu verleben.

Eben so will ich mir ernstlich und fest vorneh­men, keinen Tag ohne das Bewußtseyn zu enden, etwas Gutes an demselben entweder selbst gethan, oder durch andere bewirkt zu haben; sollte die, je­den Abend von mir vorzunehmende, Untersuchung eine solche wahrhaftige Ueberzeugung nicht herbei füh­ren, so seye es, da die Gelegenheiten zu guten Handlungen, wenn wir sie finden wollen, so reich­lich in uns selbst liegen, mein Zweck, noch am späten Abend das Versäumte nachzuholem