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Nicht dein gebognes Knie, nicht Thranen, Nicht Worte, Seufzer, Psalm und Thon, Nicht dein Gelübd rührt GOtt; dein Sehnen, Dein Glaub an ihn und seinen Sohn.
Bet oft; GOtt wohnt an j'cdev Stätte, In keiner minder oder mehr.
Denk nicht: Wenn ich mit vielen bete:
So find ich eh bey GOtt Gehör.
GOtt ist kein Mensch. Ist dein Begehren Gerecht und gut: so hört ers gern.
Ists nicht gerecht: so gelten Zähren Der ganzen Welt nichts vor dem HErrn.
Doch säume nicht in den Gemeinen Auch öffentlich GOtt anzuflehn,
Und seinen Namen mit den Seinen,
Mit deinen Brüdern, zu erhöhn;
Dein Herz voll Andacht zu entdecken,
Wie es dein Mitchrist dir entdeckt,
Und chn zur Innbrunst zu erwecken,
Wie er zur Innbrunst dich erweckt.
Bist du ein Herr, dem andre dienen:
So sey ihr Beyspiel, sey es stets,
Und ftyre täglich gern mit ihnen Die felge Stunde des Gebets.
Nie schäme dich des Heils der Seelen,
Die GOttes Hand dir anvertraut.
Kein Knecht des Hauses müsse fehlen!
Er ist ein Christ, und werd erbaut.
Bet oft zu GOtt für deine Bvüdcr,
Für alle Menschen, als ihr Freund:
Denn wir find Eines Leibes Glieder;
Ein Glied davon ist auch dein Feind.
Bet oft, so wirst du Glauben halten,
Dich prüfen, und das Böse scheun,
An Lieb und Eifer nicht erkalten,
Und gern zum Guten weise seyn. -

