Dke ersten Töne der Menschen mögen wahrscheinlich nur solche Töne gewesen seyn, welche wir Empfindungs­wörter nennen; fie haben aber gewiß auch bald ange­fangen, stch Töne zu bilden, ttm die fie umgebenden Dinge, Handlungen und Vorstellungen zu bezeichnen. Solche Wörter nennt man Stammwörter, als: Blume, Megsch, Salz, Wasser.

Wörter, welche wegen der Ähnlichkeit des Gegen­standes, der Handlung oder Vorstellung von einem Stammworte gebildet sind, nennt man abgeleitete Wörter.

Im Zweifel, welches von zwey oder mehreren Wör­tern eigentlich das Stammwort, und welches das abge­leitete Wort sey, darf man nur untersuchen, welcher Begriff dem andern vorangeht; der vorangehende Begriff ist das Stammwort; so find schneiden, schreiben, Stammwörter, und Schnitt, Schrift abgeleitete Wörter, weil der Begriffvon schneiden, schreiben, nothwendig vorhergehen muß, ehe Schnitt und Schrift gedacht werden kann.

So wie sich der Verstand der Menschen allmahlig entwickelt hat, so ist auch nach und nach ihre Sprache mit mehreren Ausdrücken bereichert worden, bis endlich die Geberdensprache^ durch die Wortsprache verdrängt wor­den ist; die Tauö'lummen sind in der Nothwendigkeit, sich der Geberdensprache zu bedienen.

Daß dke Menschen in ihren Ausdrucken schon in den frühesten Zeiten nicht einig gewesen sind, kann daher rüh­ren , weil sich jeder einen ihm schicklich scheinenden, mit der Natur des Gegenstandes nach seiner Meinung über­einstimmenden Ton gewablet haben mag. Nur diejenigen, weiche in dem nahmlichen gesellschaftlichen Vereine leb­ten, mußten gleichartige Töne annehmen, um einander zu verstehen- So wie gesellschaftliche Vereine, Stamme,