J 39

gemäß, ausspricht; d. h. man schreibe keinen an. dcrn Buchstaben, auch keinen mehr oder weniger, als man in der guten Aussprache hört. So schreibt man: Amt, Brot, Dampf, ging, und nicht: Ambt, Brodt, Damf, gieng.

Zweyter Grundsatz.

Was die gute Aussprache ungewiß laßt, das muß bey abgeleiteten und zusammenge­setzten Wörtern die nächste Abstammung ent­scheiden. So schreibt man lieblich, weil die Stammsylbe lieb heißt, und nicht: liblich,liehb- li ch, oder lyb l ich.

Dritter G r u n d sa tz.

Wenn weder die gute Aussprache, noch die nächste Abstammung die Art zu schreiben besttmmen, so folge man dem allgemeinen Schreibegebrauche; d. h. man schreibe die Wörter mit eben den Buchstaben, mit welchen man sie in den meisten Büchern geschrieben findet.

Auf dem Schreibegebrauche beruhen besonders fol­gende Falle:

0 Ob die Dehnung des Selbstlautes durch ein h, durch Verdoppelung des Selbstlautes, oder gar nicht angezeigt werden soll: Bahre, Seele, Herd.

2 ) Ob abgeleitete Wörter C oder a haben sollen. So schreibt man : behende, edel, Mehl, Vetter, mite, obgleich diese Wörter wegen ihrer Verwandtschaft nnt Hand, Adel, mahlen, Vater, mir a ge­schrieben werden sollten. Hingegen schreibt man: Ä l- tern, Ärmel, Bäcker, von alt, arm, backen, und nicht Eltern, Ermel, Becker.

3) Ob ein d oder dt, t oder th, p, chs oder gs, geschrieben werden soll: der Tod, er ist tobt, Ton der Laut, Thon eine Erdart, Zl^rt, Achsel,