Verschämte Hausarme.

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während ein schöner Kuchen auf dem Tische stand und vielleicht eine Flasche Wein daneben."

Leider ist es eine schlechte Welt," erwiederte Emilie achsel­zuckend,und für die paar miserablen Gulden, die sie uns an den Kopf werfen, leben wir doch in einer wahren Sclaverei. Gehe ich durch die Straßen, bei gewissen Häusern vorbei, da muß ich die-Augen Niederschlagen und darf höchstens nach einem kleinen Kinde sehen, das zufällig auf's Gesicht gefallen ist, um es auf­zuheben und ihm aus christlichem Mitgefühl die rotzige Nase ab­zuwischen, wenn das nämlich Jemand steht. Pfui Teufel! ihr hättet eigentlich wohl ein anderes Geschäft ergreifen können, als das einer verschämten Hausarmen. Uns ist dadurch jede Carriere abgeschnitten; man kann sich nicht einmal mit einem anständigen Liebhaber einlassen, denn das wäre ja die größte Ver­sündigung, wenn sie es erführen."

Aber man lebt gut," sagte die Wittwe mit einem breiten, behaglichen Lächeln.Sei nicht undankbar, Emilie; du weißt noch nicht, wie hart es ist, das Brod durch seine Händearbeit verdie­nen zu müssen."

Aber dann bin ich frei und kann thun was ich will."

Geht mir mit eurer Freiheit! Man ist da abhängig von den Launen seiner Herren oder Herrinnen und erst ein rechter Sclave."

Neulich ging ich in einen Laden," fuhr Emilie ärgerlich fort,und wollte mir zu meinem carrirtseidenen Kleide ein paar Ellen kaufen. Da sehe ich glücklicher Weise noch früh genug den Armenpfleger, der mich lauernd betrachtete. Vor mir lag ein ganzer Stoß Seidenzeug, und da fragte er auf seine widerliche Manier: Sie kaufen doch gewiß nicht von diesen eiteln Ge­weben? Was wollte ich machen? Ich mußte meine Au-

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