Coeur de Rose.
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„Und ebenso begreiflich verlorst du," versetzte der Major. „Ich habe diese Wette schon oft machen und verlieren sehen."
„Freilich verlor ich," entgegnete der Hausherr, „aber es fehlten keine sechs Bisquit mehr; und ich hätte unfehlbar gewonnen, wenn ich nicht mit meinem verfluchten Husten wenigstens zwei Minuten eingebüßt hätte. Aber wie gesagt, ich proponire die Wette nochmals; ich kann mich nicht so schlagen lassen."
Der Baron, dem diese Worte galten, blickte auf den Sprecher nieder und lächelte dabei. Aber dieses Lächeln paßte so gar nicht zu der hohen Stirne, zu dem ganzen kecken Kopfe; es war etwas SüßeS und Geziertes darin, ebenso wie in seiner Sprache, ja wie in den Worten, die er sprach. Es war eine wirkliche Enttäuschung, ihn, nachdem man ihn gesehen, auch reden zu hören. Dabei war der Klang seiner Stimme frisch und kräftig, aber die Manier, wie er seine Worte aussprach, weichlich, ja läppisch — eine böse Angewohnheit oder der Beweis von einem schwachen, verzärtelten Gemüthe.
„Nein, nein," sagte er lachend, „die kleine Wette hat mir zu wohl gethan; ich versichere Sie auf Ehre, es ist etwas Deli- ciöses, eine Wette zu gewinnen. Und bei Ihnen kommt man selten dazu, lieber Graf. Aber wenn Sie dieselbe vielleicht umgekehrt annehmen würden, so können Sie versichert sein, ich mache mir das unendlichste Vergnügen daraus."
„Daß der Baron den Bisquit verschluckte?" fragte der Major mit seiner Uesen Stimme, „das wäre ein Anblick für Götter! Da betheilige ich mich bei der Wette, wenn ich zuschauen darf; ich sehe ihn schon vor mir, wie er mit dem Daumen und Zeigefinger jedes Bisquit auf die zierlichste Weise herumdreht, um es mit Anstand in den Mund zu schieben. — Nein, da würden Sie nicht weit kommen."

