ränder ohne Zeitverlust, wenn einmal die Wunde keinen fremden Körper mehr beherbergt, so nahe als möglich ist, an einander zu bringen, mit dem Bemerken, daß sich die getrennten organischen Gebilde nach ihrer Annäherung auch in derselben Lage wie vor der Trennung befinden müssen. Damit aber die Wundränder in dieser Annäherung verharren, muß man ihnen mit einem entsprechenden Verbände oder mit Heftpflastern zu Hilfe kommen, oder es müssen unter Umständen, wo die genannten Mittel nicht anzubringen sind oder wirkungslos wären, die getrennten Tbeile durch eine Naht zusammengehalten werden. Nur unter diesen Anstalten kann bei bedeutenderen, klaffenden Wunden die Heilung durch Ausschwitzung zu Stande kommen. Wenn., dagegen die Bedingungen zur schnellen Heilung nur nnvoll-^ kommen oder gar nicht erfüllt werden können, so kann^ die Heilung nur durch die Eiterung, welche jedenfalls viel langsamer zum Ziele führt, bewirkt werden. Eiternde Wunden sind vor Verunreinigung jeder Art zu sichern, und der Abfluß des Eiters ist durch täglich vorzunehmende Reinigung mit lauem Wasser zu begünstigen. In vielen Fällen ist die Granulation von schwammiger Natur (wildes Fleisch), und wächst so üppig hervor, daß dieselbe nicht nur die Wunde ausfüllt, sondern sogar über die Wund- ränder hinausragt. Diese wuchernde Granulation blutet überdieß bei der Berührung sehr leicht. Um eine bessere Granulation zu erzielen, muß man das wilde Fleisch mit einem Pulver, bestehend aus gleichen Quantitäten Alaun und rothen Präcipitat, täglich zweimal bestreuen, bis es weggebeitzt ist; in hartnäckigen Fällen kann man von dem Brennen mit dem Glüheisen Abhilfe erwarten.
Wenn der Fall eintritt, daß sich in der Wunde ein dünner übelriechender Eiter bildet, so ist von dem früher

