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ren. Doch müssen die Erwartungen, welche man an die» Sectionsbefunde stellt, immer sehr bescheiden sein. 3m ge­meinen Leben ist man geneigt zu glauben, die Aerzte brau­chen nur sich des Sectionsmessers zu bedienen, um das Wesen der Krankheiten durch und durch zu erkennen; allein das Wesen des Lebens sowohl des gesunden als auch des kranken ist nicht Gegenstand menschlicher Erkenntniß, und so wie man am kranken Organismus bloß die Aeußerungen (Symptome) der Krankheit erkennen kann, eben so findet man auch nach dem Tode mittelst der Sektion nichts als Wirkungen des krankhaften Lebensproceßes in Gestalt von materiellen Veränderungen der thierischen Gebilde, wobei zu bemerken ist, daß sich von diesen materiellen Verände­rungen nur diejenigen auffinden lassen, welche durch ihre deutlich hervorstechenden Eigenschaften leichter in die Sinne fallen, während die feineren Abweichungen sich fast durch- gehends der Beobachtung entziehen.

Bei der Obduction todter Thiere ist das Verfahren folgendes: Nach Besichtigung der Außenfläche und vorge­nommener Prüfung derselben auf etwaige Verletzungen, Wunden, Geschwülste, Auftreibungen einzelner Körperge­genden , Ausflüsse aus den nach außen sich öffnenden Ein- gewcidehölen, wird zur Section des Thieres geschritten.

Um ein Thier gehörig zu öffnen, legt man es auf den Rücken gerade ausgestreckt, und läßt es durch Gehülfen in dieser Lage erhalten, dann wird ein Schnitt durch die Haut gemacht, der an der Hinterlippe des Maules an­fängt, über das Kinn mitten durch den Kehlgang, den unteren Hals- und Brusttheil bis zum Hinteren Ende des Brustbeins fortgeht, und von da über die Mitte des Bau­ches bis zum After verlängert wird, jedoch so, daß dabei Nabel, Euter, Schlauch und Hodensack verschont bleiben,