13

Felde' gefunden wurde, so sollte er füglich beyden angehö- ren, und deßhalb in zwey gleiche Theile getheilt werden, da aber besagter Valentin Schlendrian sich als denEigen- thümer seiner gefundenen Person ausgewiesen hat, so sind die redlichen Finderinnen verpflichtet, ihren Fund an ihn auszuliefern; er kann also schalten und walten mit seiner Person, wie er will, und nun mag er entscheiden, welche von beyden hier anwesenden Klägerinnen er heira- then mag!«

»Ich! eine von diesen Unholdinnen heirathen?« schrie Valentin, »Gott soll mich bewahren! brr eS läuft mir eiskalt über den Rücken! Meine Herrn und Damen, ich habe die Ehre, und mache mein Compliment.a Hiermit machte er sich aus dem Staube. Frau Barbara und Ursula bißen sich vor Wuth in die Lippen, und woll­ten schier in Ohnmacht fallen; der Gerichtsschreiber pro- ducirte aber schnell den Ausweis der Proceßkosten, und dieß Receptchen wirkte wunderbar auf ihre reizbaren Nerven.

Sie schimpften und lärmten, aberes half nichts; achtzig Gulden mußten bezahlt werden.

Mit saurem Gesichte erlegte jede die Hälfte der Summe, und von dem Augenblicke an wurden sie u n» versöhnliche Feindinnen.

Die Sollegen.

Ein Sänger der großen Oper trat in die Bude eines Stiefelputzer-, um sich die Stiefeln reinigen zu lassen«