Der pfiffige Theater-Direktor-

In einer kleinen Stadt führte eine fliegende Schau­spieler-Truppe das Stück: »Agnes Bernauerinn,« auf. Das Theater ward wahrend der ersten drey Vorstellungen gedrängt voll Zuschauer, aber Damen und Herren waren so indignirt über die Scene, wo der Vicedom die Agnes Bernauerinn in's Wasser werfen laßt, daß kein Mensch in's Theater kam, als das Stück zum vierten Mahle ge­spielt werden sollte. DerThearer-Director wollte schier verzweifeln, doch endlich kam er auf den Einfall, und kündigte auf einem großen Anschlagzettel an: »Heute wird die Agnes Bernauerinn den Vicedom in's Wasser wer­fen.« Das weichherzige Publicum kam nun wieder zahlreich m'S Theater; jubelte und klatschte, als der Vi­cedom in's Wasser plumpte, und der Theater-Director füllte seine geldsieche Casse.

Die Veweggrünve.

Zu einem Fürsten, der theilnehmend die Noth ar­mer Leute zu mildern suchte, kam einst ein invalider Sol­dat, und bath um Unterstützung. Als Beweggründe führ­te er in seiner Bittschrift an: daß ihm im letzten Feldzu­ge eine Kanonenkugel daS ganze Gehirn aus dem K opfe geschlagen habe, und daß er Vater von drey unmündigen Waisen sey, die keine Aei­tern haben.«