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von hielt 'ihn die Scheu vor der strengen Gewissenhaftigkeit und Geradheit des Alten ab. Desto öfter barh er Liesen um Nachrichten von Theresen. Anfänglich konnte dieser Mann wenig von ihr schreiben, weil nichts besonders Wichtiges mit ihr vorfiel, und er selbst selten Nachrichten aus des Barons Hause erhielt; ohn- gefähr nach dem ersten Vierteljahr der Trennung wollte er nicht viel bestimmtes v»n ihr schreiben, weil er — keine Ursachen hatte; im dritten Vierteljahre gab erNachrtcht von threrVerbindung mit dem Major und von ihrer Abreise mit diesem auf seine Güter.
Der Eindruck, den diese Nachricht auf Vit- torn machte, war allerdings sehr heftig und tief. Sein Schmerz war der Schmerz einer Mutter, die es schon längst weiß, daß ihr siecher 8 eblkng mit den herabfallenden Blättern sinken und sterben werde. Nun sinkt und stirbt er, da gedenkt fie nicht mehr derTrostgründc mit denen sie sich aufrtchtete, nicht mehr der stillen Ergebung, die ihren Muth aufrecht erhielt! — Alles, alles erwacht wieder und reißet durch das blutende Herz; Alle liebenswürdigen Tugenden des Verschiedenen schweben , wie liebende Engel, in sanfter Glorie um das blasse lächelnde Gesicht: bis endlich der letzte harte Kampf der Neigung mit der Noch- »endigkrit durch Sieg oder Unterliegen sich endigt.

