nach seinem Liebling fragte, wurde mit jedem Tag verdrießlicher. Endlich nach fast einem Monat kam der König mit der Armee in jene Gegend zurück. Im Vorbeireiten an einem Garten sprang Bi che aus dem Kreise einiger jungen Mädchen auf des Monarchen Pferd los, indem die Kinder laut aufschrieen und ihren Vater, einen Landprediger riefen. Dieser kam, a's gerade Friedrich vor der erschrockenen Gruppe der Kinder hielt. — „Wie kommt Er zu dem Hunde, der mir gehört?" fragte der König mit einigem Unwillen. — Entschlossen und dreist erwiderte der Prediger: „Meine Kinder haben ihn von einer Markedenterin gekauft." Zufrieden mit dieser Antwort sagte Friedrich: „Nun, Nvth hat Bi che nicht gehabt, das sehe ich wohl. Komme Er doch heute in mein Quartier, Ich muß mich bei Ihm und seinen Kindern revangiren!" — Mit diesen Worten ritt er weiter und belohnte reichlich am Avend dem Prediger die Pflege seines Lieblings.
Einst wollte Friedrich ganz unbemerkt die Stellung der Feinde besehen; er stieg bei dem Recognosciren vom Pferde, ließ sein Gefolge in einem Gebüsche halben und ging zu Fuße nach einem Hügel, der eine we'ke Aussicht erwarten ließ. Mit einemmale sah er einen Trupp Panduren auf sich zukommen, dem er nur dadurch entweichen konnte, daß er sich in einen Graben warf, wo er sich .unter einer elenden Holzbrücke verbarg, bis die feindliche Schaar vorüber war. Was des Monarchen Besorgniß vermehrte, war der Umstand, daß sein Liebling Biche ihm gefolgt war; dies treue Thier konnte ihn leiert vec- rathen, wenn es bei dem Geräusch der über die Brücke gehenden Panduren und reitenden Husaren zu bellen ansing, cder wenn es vorsprang und "dadurch die Aufmerksamkeit des Feindes erreg-e. Allem das Thier schmiegte sich still und ängstlich unter den Mantel Friedrichs, der, nachdem die Feinde, ohne ihn ru bemerken, weiter geritten waren, zu seinem Gefolge zurückeilte und sagte: „Meine Herren — dies ist mein bester Freund!" — I ritzest durfte Biche von diesem Tage an den Monarwen nicht mehr bei seinen Recognoscirungen begleiten, jou- dern mußte bei der Bagage bleiben.

