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brauchte eine ganz eigene Art von Repressalien. Schlesien litt wegen Mißwachs einen großen Getreidemangel, und hatte daher viele Lasten Korn in Mecklenburg, Danzig und Kurland aufgekauft, welche auf der Elbe und Oder durch die preußischen Länder geschifft werden sollten. Der König ließ alle Fahrzeuge der Schlesier anhalten, und das Getreide in Verwahrung nehmen. Der Kaiser hatte aber Mittel genug in Händen, den Kornschiffen eine freie Fahrt zu verschaffen. Es reiste eben ein preußischer Major mit einem Dutzend Riefen, die er in Neapel geworben hatte, durch s Oesterrcichiiche; er wurde mit seinem Zuge angehalten, und die ganze Werbung in Böhmen wurde verboten. Dieß wirkte. Friedrich Wilhelm sandte den Schlesiern das Korn, und der Kaiser ließ die Re­kruten ziehen.

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Einst traf der König bei einem Spazierritt um Pots­dam ein junges, sehr großes Bauermädchen. Er ließ sich mit ihr in ein Gespräch ein und vernahm, daß sie erst neunzehn Jahre alt und noch unverehlicht sey. Sogleich schrieb er mit Bleistift an den Gardeoberstrn, er solle die Ueberbringerin dieses Billets an den größten Garde­grenadier auf der Stelle vermählen lassen. Der König gab dieß Billet dem Mädchen, und rrug ihr auf, es gegen eine Belohnung dem Gardeobersten zu überbringen. Das Mädchen mochte Argwohn schöpfen. Sie gab also das Billet einer alten siebenzigjährigen Nachbarin zum Ueber- bringen. Kaum hatte diese das Billet dem Gardeobersteu zugestellt, als der größte Gardist gerufen und auf der Stelle mit der siebenzigfährigen Frau zuiammen gegeben wurde. Man kann sich vorstellen, wre ungehalten der König war. als er den Zusammenhang dieser Geschichte erfuhr. Den Gardisten beschenkte der König wohl, allein dieser hatte eine siebenzigjahrige Frau am Hals!