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Von den Tonkünstlern seines Vaters behielt der Kö­nig bloß den Kapellmeister Gottfried Pepusch bei, und übertrug ihm die Direktion der Hautboisten seines Leibregiments. Die Feld - und Jagdmusik war dem König die liebste, und bei Hoffcierlichkeitcn mußten die Hautboisten der Regimenter die Stelle der fehlenden Kapelle vertreten. Jede Woche einigemal ließ der König in seinem Zimmer musiciren, aber jedesmal nur mit blmenden In­strumenten. Am meisten liebte er die Händelscbe Musik, besonders die Opern; die Arien und Chöre der Opern Alessandro und Siroe wurden mehr als hundertmal durch­gespielt, gesungen aber wurde nicht. Am Ende eines langen Saales standen die Hautboisten vor ihren Pulten und Lichtern; am andern Ende saß der König ganz allein. Zuweilen, wenn er Mittags stark gegessen und viel getrunken hatte, schlief er unter der Musik ein. Wenn die Musiker dieß merkten, so ließen sie wohl einige Arien aus, um'lder fertig zu werden. Aber ehe sie es vermutheten, erwachte der König wieder und rief:Ihr laßt ja was aus; diele und jene Arie, deren Thema er dann vorsang, fehlt noch; frisch, gleich ge­spielt." Wurde er erst nach dem Ende der Musik mun­ter, und schien es ihm, es habe zu kurz gedauert, so mußte das Ganze von vorn nochmals angefangen, und von Neuem durchgespielt werden.

In den letzten Jahren seiner Regierung rief der König den berühmten Komponisten Sydow aus London nach Potsdam, und ließ durch ihn eine Musikschule anlegen. In derselben wurden die fähigsten Knaben aus dem potsdamischen Waisenhause zu geschickten Haut- bvisten und Trompetern gebildet, und unter die Regi­menter vertheilt. Diese eben so zahlreiche als wenig kostbare Kapelle war doch so gut, daß daraus, durch Verstärkung der kronprinzlichen Kapelle, das ganze nach- herige Orchester errichtet werden konnte.

Einst, da der König August der Zweite von Po­len den berühmten Violinspieler Lokatelli mit nach Berlin brachte, und in seinen königlichen Freund drang, reu Virtuosen in einem öffentlichen Concert bei Hose zu

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