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Mit noch mehr Pracht wurde zu derselben Zeit „des H erz o g sHa u s" zu Prag eingerichtet, ein wahrhaft königlicher Palast, der noch jetzt zum großen Theile von den Nachkommen so erhalten wird, wie der berühmte Ahnherr ihn angelegt hat. Bei einer Tiefe mit dem Garten von mehr als 500 Fuß hat dasielbe eine Fronte von 140 Fuß. Sehr reich verzierte Portale führen in den innern Raum, wo durch die Seitenflügel und Nebengebäude fünf Höfe ab- getheilt waren. Die Zimmer von schönen Berhgltnissen waren theils zur Aufnahme des zahlreichen Hofstaates, lheils zu glänzenden Festen geräumig eingerichtet, jedoch hatte der Herzog auch die für ihn bestimmten Gemächer wohnlich und bequem anordnen lassen. Geschickte Baumeister und Fresco-Maler berief er aus Italien in seinen Dienst, und so finden wir feinen Palast im Style der Prachtgebäude der Mediceer, der Doria, der Borghese außgeführt und ausgeschmückt. Ein großer Festsaal war mit allegorischen Figuren und mit Darstellungen aus der Geschichte der Helden alter und neuer Zeit verziert. Das Deckengemälde stellt den Herzog selbst vor als Triumphator auf dem Siegeswagcn, einen leuchtenden Stern über seinem Haupte, von vier Sonnenrosscn gezogen, von Victoria gekrönt. Ein zweiter Saal war ganz mit „güldenen Tapezereien von Leder" ausgeschlagen, dessen Glanz an die prächtigen Hallen der römischen Cäsaren erinnerte. Mit geheimnißvollen Zeichen und wundersamen Bildern aus dem Kreise der Gestirne war Wallen st ei ns Zimmer geschmückt; es lag still und abgelegen, denn der Herzog arbeitete viel, des Tages sowohl als des Nachts, da er nicht allein die großen Schicksale des Erdenlebens, die man die Weltgeschichte nennt, zu führen hatte, sondern auch in die räthselhaste Sternen- schrist des Himmels sich vertiefte; um sich her forderte er ungestörte Stille, „er konnte es nicht leiden, wenn auch nur ein Spatz laut wurde.» Eine Wendeltreppe führte aus seinem Gemach hinab in die Badegrotte, welche mit Krystqllen, Muscheln und Tropfstein auf das künst-

