6 I. r. Flucht aus denBleykamniern.

Nordluft bestrichen werden könne. Herr von Br., ließ sich meinen Vorschlag gefallen, zufrieden, daß ich täglich bei ihm zu speisen versprach. Ich hatte aber «inen Beweggrund, den ich ihm nicht cröffnete. Ich wünschte nemlich in der Nachbarschaft eines schönen Mädchens zu wohnen, welches ich liebte. Allein das Detail dieser Liebesgeschichte gehört nicht hicher.

4. L.' Erbaria.

So nennt man einen Platz am Gestade deS großen Canals, der att die Brücke Rialto stößt. Er hat seinen Namen daher erhalten, weil man auf dem« selben allerley Kräuter, Blumen und Früchte verkauft. Hier gehen die galanten Herren und Damen nach - durchschwärmten Nächten gewöhnlich noch ein wenig auf und ab, bevor sie sich zur Ruhe begeben. Die; ser Ort stellt in der That einen reizenden Anblick dar, dies ist aber die Ursache nicht, warum mar» auf demr selben sich einfindet. Man besucht die Erburii nicht sowohl in der Absicht, sich umzusehen, als vielmehr gesehen zu werden. Dies gilt besonders von den Dar men. Sie lassen es sich recht absichtlich merken, daß sie sich über allen Zwang hinaussetzen. Coguetterie sinder hier nicht mehr statt, denn aller Putz und Zier ralh ist zerrüttet. Der Tag bricht an, aber man stellt sich, als bemerke man es nicht, als beschließe man jetzt erst den vorhergehenden Tag. Die Manns, Personen sowohl, als die Frauenzimmer, müssen hier sämtlich im nachlässigsten Aufzuge erscheinen. Jenen muß man cs ansehen, daß sie von übertriebenen Dienstr leistungen ermüdet sind; und diese müssen mir den Trümmern einer respectswidrig behandelten Toilette paradiren; alles muß ein hinfälliges Ansehen haben, und zu erkennen geben, daß es nun Zeit sey, ins Belte zu gehen.

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